Während das Einkommen eines Haushalts eine Schlüsseldeterminante für seinen Lebensstandard ist, können andere Aspekte Menschen daran hindern, vollständig an der Gesellschaft teilzuhaben, wie ein gehinderter Zugang zum Arbeitsmarkt oder materielle und soziale Deprivation. Um diesen unterschiedlichen Dimensionen von Armut oder sozialer Ausgrenzung Rechnung zu tragen, misst der Indikator „Von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohte Personen“ die Zahl der Menschen, die von mindestens einer der folgenden drei Formen von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind: monetäre Armut (Armutsgefährdungsquote), schwere materielle und soziale Deprivation und sehr geringe Erwerbsintensität. Die Daten zu den drei Komponenten stammen aus der EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC).
Die Armutsgefährdungsquote ist der Anteil der Personen mit einem verfügbaren Äquivalenzeinkommen (nach Sozialtransfers) unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle, die bei 60 % des nationalen verfügbaren Median äquivalenzeinkommens (nach Sozialtransfers) liegt. Dieser Indikator misst nicht den Wohlstand oder die Armut, sondern ein (im Vergleich zu anderen Personen im gleichen Land) niedriges Einkommen, das nicht zwangsläufig mit einem niedrigen Lebensstandard gleichzusetzen ist.
Die Armutsgefährdungsschwelle ist auf 60 % des nationalen medianen verfügbaren Äquivalenzeinkommens festgesetzt.
Die Quote der materiellen und sozialen Deprivation ist ein Indikator der EU-SILC, der die Unfähigkeit ausdrückt, sich verschiedene Ausgaben leisten zu können, die von den meisten Menschen als für eine angemessene Lebensführung wünschenswert oder gar notwendig angesehen werden. Bei diesem Indikator wird unterschieden zwischen Personen, die sich bestimmte Waren oder Dienstleistungen nicht leisten können, und Personen, die diese Waren oder Dienstleistungen aus einem anderen Grund nicht besitzen – etwa weil sie sie bewusst nicht wollen oder nicht benötigen. Die Quote der erheblichen materiellen und sozialen Deprivation ist definiert als die unfreiwillige Unfähigkeit, für mindestens 7 von 13 der materiellen Deprivation Ausgaben aufkommen zu können.
Anteil von Personen mit einem verfügbaren Äquivalenzeinkommen unter der Armutsgefährdungsschwelle im laufenden Jahr und in mindestens zwei von drei vorangegangenen Jahren. Der Grenzwert ist auf 60 % des nationalen verfügbaren Median-Äquivalenzeinkommens (nach Sozialleistungen) festgelegt.
Die relative mittlere Armutsgefährdungslücke hilft, zu quantifizieren, wie arm die Armen sind, indem sie die Entfernung zwischen dem Medianeinkommen der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, und der Armutsgrenze selbst zeigt. Die Armutsgrenze liegt bei 60 % des nationalen Medianeinkommens aller Menschen in einem Land. Sie wird für die EU als bevölkerungsgewichtetes arithmetisches Mittel der nationalen Werte berechnet. Die Daten stammen aus der EU-Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) und basieren auf dem verfügbaren Äquivalenzeinkommen.
Verhältnis des Gesamteinkommens von den 20 % der Bevölkerung mit dem höchsten Einkommen (oberstes Quintil) zum Gesamteinkommen von den 20 % der Bevölkerung mit dem niedrigsten Einkommen (unterstes Quintil). Unter Einkommen wird das verfügbare Äquivalenzeinkommen verstanden.
Anzahl der Kinder (0-17) für die zutrifft : Armutsgefährdung oder erhebliche materielle Deprivation oder Leben in (Quasi-) Erwerbslosenhaushalten (d. h. mit sehr geringer Erwerbsintensität (unter 20 %) als Anteil an der Gesamtbevölkerung.
Verringerung des prozentualen Anteils der armutsgefährdeten Personen auf Grund von Sozialtransfers (Berechnung basiert auf dem Vergleich der Armutsraten vor und nach Sozialtransfers, wobei Renten in dieser Berechnung nicht als Sozialtransfers miteingeschlossen sind). Der Indikator wird anhand von Daten der EU-SILC (Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen) berechnet.
Anteil der Personen (0-59jährige) mit einem verfügbaren Äquivalenzeinkommen von weniger als 60 % des nationalen Median-Äquivalenzeinkommens, die in Haushalten leben, in dem Erwachsene im erwerbsfähigen Alter (18-59) weniger als 20 % ihres gesamten Arbeitspotenzials des vergangenen Jahres arbeiten.
Personen (18 - 64), nach häufigstem Erwerbsstatus als erwerbstätig eingestuft und von Armut bedroht sind.
Die Langzeitarbeitslosenquote ist definiert als der prozentuale Anteil der Langzeitarbeitslosen (15-74 Jahre) an den Erwerbspersonen desselben Alters. Langzeitarbeitslose Personen (12 Monate und mehr) sind mindestens 15 Jahre alt und leben nicht in kollektiven Haushalten; sie sind in den nächsten zwei Wochen weiter arbeitslos, sind imstande, eine neue Arbeit in den zwei nächsten Wochen anzutreten und suchen Arbeit (haben in den vorigen vier Wochen intensiv Arbeit gesucht oder suchen nicht mehr, weil sie bereits eine Arbeitsstelle, die sie später antreten werden, gefunden haben). Die gesamte Erwerbsbevölkerung ergibt sich aus der Gesamtzahl der beschäftigten und unbeschäftigten Bevölkerung. Die Arbeitslosigkeitsdauer ist definiert als der Zeitraum, in welchem Arbeit gesucht wird, oder als die abgelaufene Periode seit der letzten Tätigkeit (wenn diese Periode kürzer ist als der Zeitraum, in welchem Arbeit gesucht wird). Der Indikator bezieht sich auf die EU-Arbeitskräfteerhebung.
'Frühzeitige Schul- und Ausbildungsabgänger' bezieht sich auf Personen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, die folgende Bedingungen erfüllen: das höchste erreichte Bildungsniveau ist ISCED 0, 1, 2 oder 3c kurz und die Befragten haben angegeben, sie hätten vier Wochen vor der Erhebung an keiner Ausbildung bzw. keinem Unterricht teilgenommen (Zähler). Der Nenner besteht aus der Gesamtbevölkerung derselben Altersgruppe ohne die Personen, die die Fragen 'höchstes erreichtes Bildungsniveau' und 'Teilnahme an Ausbildung bzw. Unterricht' nicht beantwortet haben. Sowohl die Werte im Zähler als auch im Nenner stammen aus der EU-Arbeitskräfteerhebung.
Die Jugendarbeitslosenanteil ist der Anteil der arbeitslosen Jugendlichen (d. h. Personen zwischen 15 und 24 Jahren), geteilt durch die Gesamtbevölkerung im gleichen Alter. Sie ist eine Maßzahl der Arbeitslosen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung. Der für diesen Indikator verwendete Nenner umfasst folglich die beschäftigten, die arbeitslosen und auch die inaktiven Jugendlichen.
Der Indikator‚ Jugendliche, weder beschäftigt noch in Ausbildung oder Weiterbildung‘ liefert Informationen über Jugendliche im Alter zwischen 15 und 24 Jahren, welche die folgenden Bedingungen erfüllen: (a) sie sind nicht beschäftigt (d.h. Erwerbslose oder Nichterwerbspersonen entsprechend der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation) und (b) sie haben an keiner Ausbildung oder Weiterbildung innerhalb der vier Wochen vor der Umfrage teilgenommen. Die Daten sind ausgedrückt in Prozent der Gesamtbevölkerung in der gleichen Altersgruppe und gleichen Geschlechts, ausschließlich derjenigen Befragten, welche die Frage, Teilnahme an Ausbildung und Fortbildung‘ nicht beantwortet haben. Die Daten stammen aus der Arbeitskräfteerhebung der Europäischen Union.
Die Erwerbsquote von älteren Arbeitern ergibt sich aus dem Dividieren der Anzahl von erwerbstätigen Personen im Alter zwischen 55 und 64 Jahren durch die Gesamtbevölkerung derselben Altersklasse. Der Indikator bezieht sich auf die EG-Arbeitskräfteerhebung.
Anzahl der älteren Menschen (65 +), für die zutrifft: Armutsgefährdung oder erhebliche materielle Deprivation oder Leben in (Quasi-) Erwerbslosenhaushalten (d. h. mit sehr geringer Erwerbsintensität), als Anteil an der Gesamtbevölkerung in derselben Altersgruppe.
Der Indikator wird als das Verhältnis zwischen dem verfügbaren Median-Äquivalenzeinkommen von Personen älter als 65 und dem verfügbaren Median-Äquivalenzeinkommens von Personen im Alter von zwischen 0 und 64 definiert.
Individuelles Median-Alterseinkommen der 65 bis 74jährigen im Vergleich zum individuellen Median-Einkommen von 55–64 jährigen, sonstige soziale Versorgungsbezüge ausgenommen.
Nach eigenen Angaben nicht erfüllter Bedarf nach ärztlicher Untersuchung oder Behandlung besteht nach eigener Beurteilung der Frage, ob er oder sie ärztliche Untersuchungen oder Behandlungen benötigten, aber nicht bekommen haben oder in Anspruch genommen haben aufgrund einer der drei folgenden Ursachen: „finanzielle Gründe", „Warteliste", „Anfahrt zu lang". Ärztliche Untersuchungen bezieht sich auf individuellen Gesundheitsleistungen (ärztliche Untersuchungen oder Behandlungen ausgeschlossen zahnärztliche Versorgung) die durchgeführt wurden entweder durch oder unter direkter Aufsicht von Ärzten oder Angehörigen gleichwertiger Berufe im nationalen Gesundheitssystem. Daten werden durch die EU-Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) gesammelt und beziehen sich auf Bedarfe innerhalb der letzten 12 Monate. Angaben sind in Prozent der Bevölkerung über 16 Jahren, die in einem privaten Haushalt leben, ausgedrückt.
Gesunde Lebensjahre (HLY) im Alter von 65 Jahren ist ein zusammengesetzter Indikator, welcher die Anzahl der verbleibenden Jahre misst die eine Person im Alter von 65 Jahren noch erwarten kann bei guter Gesundheit zu leben. Dieser Indikator wird für Männer und Frauen getrennt berechnet indem Daten zur Sterblichkeit von Eurostat's Bevölkerungsdatenbank mit Informationen zu nach eigenen Angaben nicht erfülltem Bedarf nach ärztlichen Untersuchungen oder Behandlungen aus der EU-Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) kombiniert werden. Ein gesunder Zustand ist definiert durch die Abwesenheit von langandauernden schweren oder moderaten Aktivitätseinschränkungen durch ein gesundheitliches Problem. Langandauernd bezieht sich auf eine Periode von mehr als 6 Monaten.
Gesunde Lebensjahre (HLY) im Alter von 65 Jahren ist ein zusammengesetzter Indikator, welcher die Anzahl der verbleibenden Jahre misst die eine Person im Alter von 65 Jahren noch erwarten kann bei guter Gesundheit zu leben. Dieser Indikator wird für Männer und Frauen getrennt berechnet indem Daten zur Sterblichkeit von Eurostat's Bevölkerungsdatenbank mit Informationen zu nach eigenen Angaben nicht erfülltem Bedarf nach ärztlichen Untersuchungen oder Behandlungen aus der EU-Erhebung über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) kombiniert werden. Ein gesunder Zustand ist definiert durch die Abwesenheit von langandauernden schweren oder moderaten Aktivitätseinschränkungen durch ein gesundheitliches Problem. Langandauernd bezieht sich auf eine Periode von mehr als 6 Monaten.
Prozent der Bevölkerung, die in einem Haushalt lebt, in dem die Gesamtwohnkosten (abzüglich Wohnungsbeihilfen) mehr als 40 % des insgesamt verfügbaren Haushaltseinkommens (abzüglich Wohnungsbeihilfen) betragen.